Trinkwasserschutz - Landwirtschaftliche Kooperation beim Oldenburg-Ostfriesischen Wasserverband

 
 

"Trinkwasser ist ein großes Gut, das es zu schützen gilt" so Astrid Schlegel, Fraktionsvorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion als am Montag das Thema auf der Tagesordnung der Fraktionssitzung stand. Dazu eingeladen waren Herr Kay Schönefeld, stellvertretender Vorsitzender des Kooperationsausschusses des Oldenburg-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) und sein Kollege Markus Penning, Abteilungsleiter Hydrochemie, Landwirtschaft und Boden, die die Fraktion über das Kooperationsprojekt informierten.

 

Der Wasserversorger mit  Arbeitsgebiet im Nordwesten, wo die landwirtschaftliche Bewirtschaftung eine große Rolle spielt, möchte den Trinkwasserschutz optimieren. Nach den Vorgaben der EG-Wasserrahmenrichtlinie soll der Nitratwert im Grundwasser 50 mg pro Liter nicht überschreiten. An vielen Stellen in der Region liegt dieser Wert aber deutlich höher.

"Der beste Grundwasserschutz ist die Aufforstung", so Herr Schönefeld, "das ist aber leider nicht überall möglich". Wenn die Möglichkeit besteht, kaufe der OOWV Flächen auf. Aber man könne nicht ohne Weiteres der Landwirtschaft Flächen entziehen. Deshalb werden eigene Flächen des Wasserverbandes an Landwirte verpachtet, allerdings mit strengen Auflagen für die Bewirtschaftung, die der ökologischen Landwirtschaft entsprechen.

Wo keine eigenen Flächen zur Verfügung stehen, seien Vereinbarungen mit den Landwirten geschlossen, um den Eintrag von Nitrat und Pflanzenschutzmittel wesentlich zu reduzieren, erfuhren die Fraktionsmitglieder. Das Land Niedersachsen stellt aus Mitteln der Wasserschutzabgabe etwa 2,6 Millionen Euro für den Grundwasserschutz zur Verfügung. Dieser Betrag wird um etwa eine halbe Million Euro vom OOWV aufgestockt. Ein Großteil dieser Mittel werden für Beratungsmaßnahmen aufgewendet. Grundlage der Beratungen sind engmaschige und regelmäßige Messungen des Nitratgehaltes in den Schichten, die den Pflanzen normalerweise zur Verfügung stehen. Es geht vor allem darum, auf freiwilliger Basis, den Eintrag an Nährstoffen auf das Maß zu reduzieren, das die Pflanzen auf dem Acker tatsächlich benötigen.

Erste Erfolge bei der Senkung des Nitratgehaltes im Grundwasser wurden durch den Bauboom von Biogasanlagen mit vermehrtem Maisanbau wieder umgekehrt. Man dürfe sich aber nicht entmutigen lassen, sondern weiter auf Beratung setzen und die Landwirte in der Region unterstützen, die gewillt seien etwas mehr für den Grundwasserschutz zu tun. Weitergehende Forderungen der Wasserverbände seien leider nicht in die neue Düngeverordnung eingegangen. Man müsse jetzt aber das Beste aus dem Kompromiss machen, so Herr Penning.

Mit dem Trinkwasserschutz wird sich die Fraktion auch weiter beschäftigen. Die Kooperation mit den Landwirten ist ein Baustein zu mehr Wasserschutz. Naturschutz und Kompensationsmaßnahmen des Landkreises Diepholz sollen ihn ergänzen und Synergien bilden. Daran will die Fraktion weiter arbeiten.  

Kreistagsfraktion beim Vortrag

Die SPD-Kreistagsfraktion beim Vortrag des OOWV

 
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